Gestern wurde zum zweiten Mal der Geburtstag eines Guesthouse-Bewohners gefeiert. Im 13th floor, einem Club im 13 Stockwerk (Wer haette das gedacht…) eines Hochhauses hier. Sehr schoener Club, man konnte von dort ueber halb Bangalore gucken, das Essen war gut, die Musik auch ok. Natuerlich war die Feier um 23 Uhr vorbei, denn so ist hier nunmal die Gesetzeslage. Also mussten wir danach von dort zum Guesthouse fahren. Wie ueblich also auf zu den Rikshas und verhandeln. Eigentlich ist Abends das anderthalbfache des auf dem Meter angezeigten Preises zu bezahlen, aber viele Fahrer versuchen mehr zu nehmen. Forderungen von 250 Rupien fuer Strecken, die laut Meter nur 35 kosten, sind durchaus nicht unueblich. Wenn man das natuerlich weiss, hat man ne gute Position – auch weil man halt einfach gehen kann nud die naechste nehmen kann, denn an Rikshas mangelt es hier nun wirklich nicht. Aber das Verhandeln ging diesmal sehr schnell – eine Riksha hatten wir sofort, die zweite (Wir waren ja immerhin 5 Leute. Man kann zwar auch mal zu fuenft in eine Riksha, aber das ist nicht mehrwirklich bequem. Solche Rikshas sind naemlich etwa so gross wie ein Smart) fanden wir auch nach wenigen Sekunden. Also ging es los – und unsere Fahrer hatten Spass. Sie sind durch Bangalore geheizt und haben sich ein kleines Rennen geliefert.
Nach einigen Minuten standen wir an einer Ampel und haben Meter verglichen. Unseres zeigte 35 Rupien, das andere war bei 50. Natuerlich waren wir die gleiche Strecke gefahren, das 50er-Meter ging also wohl falsch. Aber auch in solchen Situationen kann man gut diskutieren, also ist das nicht schlimm – nur ohne Vergleich hat man einen schweren Stand.
Kurz nach dem Vergleich ging das Rennen aber schon weiter. Ich kenne mich hier noch nicht wirklich auf, aber mein Mitfahrer wunderte sich ploetzlich darueber, wo wir denn waren. Er fragte den Rikshafahrer, und kaum war der langsamer geworden um zu reden ueberholte uns die andere Riksha, hielt an und wir hoerten deren Diskussionen mit dem Fahrer, dass er voellig falsch gefahren sei. Wir waren an einer Kreuzung nicht abgebogen, an der wir haetten abbiegen sollen. Also drehten wir um. Ab hier ging es dann gemuetlich (fuer Bangalorer Verhaeltnisse) nach Hause. Dort angekommen zeigte unser Meter ca 75 Rupien. Wir gaben dem Fahrer 150, die anderen nur 100. Ich haette auch eher zu 100 tendiert (Wegen verfahren), aber mein Mitfahrer drueckte dem Fahrer einfach 150 in die Hand und damit hatte sich die Sache erledigt.
…. und so kommen die Rickshaw-Fahrer eines schönen Tages zu der Erkenntnis, dass Ausländer viel Geld haben, mit dem sie um sich schmeißen. Darum fragen sie ja auch nach 250 Rupien. Es gibt sicher Deppen, die das zahlen. Für 75 Rupien von MG Road nach Koramangala? Da hat sich der Fahrer aber mächtig “verfahren”. 😉
Daniela
Ja, die Rickschas fahren teilweise extreme Umwege, um mehr Geld zu verdienen. MG -> Forum -> 4th Block zum Beispiel ist sehr beliebt und kostet einiges Aufpreis…