Das Desaster geht weiter…

Die Citibank mag ihre Kunden offensichtlich nicht. Und das so sehr, dass sie sie loswerden moechte. Vor ein paar Tagen habe ich ihnen eine boese Mail geschrieben. Ich hatte mit einigem als Antwort gerechnet. Eine Entschuldigung waere gut gewesen, ein “wir arbeiten staendig daran, unseren Kundenservice zu verbessern” haette ich auch erwartet. Irgendwas in diese Richtung auf jeden Fall; der übliche Nonsens halt. Was ich bekommen habe ist dagegen eine Frechheit und eigentlich ein Grund, die Bank zu wechseln:

Dear Mr. Lotzer,
This is with reference to your email dated August 24, 2006.

We are unable to investigate your query as we are unable to trace your account number.

We suggest our customers not to disclose their account number via mail due to security purposes. Please provide us the following details:

1) Name as mentioned in the application form
2) Date of Birth
3) Postal Mailing address as mentioned in the application form
4) Location of your account

On receipt of the above mentioned information we will process your request.

We assure you of our best attention at all times.

Sie koenenn also Beschwerden ueber unfaehige Kundendienstmitarbeiter nur bearbeiten, wenn sie meine Kontonummer finden?! Wie inkompetent muss man eigentlich sein, um einen offensichtlich sauren Kunden mit solchen Mails zu vergraulen? Insbesondere weil mein Konto mit der Beschwerde nichts zu tun hat und für die Beantworten nichts, aber auch gar nichts, was zu dem Konto an Daten gehört, benötigt wird. Das ich auf ein Ticket geantwortet habe und somit die Ticket-Nummer noch in der Mail stand und darüber das Konto auch rauszufinden sein müsste, deutet auch nicht grade auf einen kompetenten Kundendienst hin.

Ich bin sehr traurig, dass ich auf die Citibank angewiesen bin, sonst waere ich jetzt schon Besitzer eines anderen Kontos und das Citibank-Konto waere gekuendigt.

Hampi

Letztes WochenendeVor drei Wochen waren wir in Hampi. Freitag ging es los, Sonntag zurueck – und wir waren danach voellig fertig. Aber ich fange mal vorne an.

Freitag um kurz nach 9 stiegen wir zu viert in zwei Rickschas und fuhren zum Bahnhof. Die Fahrt nach Hampi sollte naemlich unsere erste Zugfahrt werden. Wir hatten Schlafwagen ohne Klimaanlage gebucht – und wir hatten keine Ahnung, was uns erwarten wuerde. Nachdem wir von der Holzklasse gehort hatten, die hier in Indien ihren Namen voellig zurecht traegt, waren wir aber auf alles gefasst. Schon am Bahnhof wurde es lustig. Wir sollten von Gleis 10 abfahren. Es gibt aber keine Möglichkeit mehr, zu Gleis 10 zu kommen. Die Brücke dahin ist nämlich kaputt. Also sind wir an Gleis 8 von der Brücke gegangen und dann einmal quer über die Schienen und durch den Zug auf Gleis 9 durch, um zum Zug zu kommen. Im Zug angekommen war es dann besser, als wir gedacht hatten. Ein Zug mit etwa dem gleichen Format wie in Deutschland, mit Abteilen zu je sechs Plaetzen. Dabei war die Rueckenlehne der Bank hochklappbar und stellte das mittlere Bett dar, die Sitzflaeche war das untere Bett und oben drueber hing das dritte Bett. Von diesen Dreierstapeln gab es zwei je Abteil, zusaetzlich waren auf der anderen Seite des Gangs nochmal zwei Betten. Zwischen den beiden Bettenstapeln waren drei Ventilatoren angebracht, die fuer die Lueftung sorgen sollten.

Recht schnell hatten wir uns ueberlegt, wer wo schlafen wuerde und gingen dann auch bald schon ins Bett. Eigentlich wollten wir noch was wachbleiben, aber zumindest ich bin schnell eingeschlafen und habe auch fast durchgeschlafen. Am nächsten Morgen wurden wir vom Wecker geweckt und dann bin ich erstmal auf die Toilette gegangen. Die war doch sehr heruntergekommen. Der gesamte Boden war total nass. Es sah nicht wirklich appetitlich aus. Aber als ich dann gespült habe, habe ich gesehen, dass das Rohr vom Spülkassten zur Toilette undicht war, so dass es nur Wasser war, was da auf dem Boden rumlief. Trotzdem habe ich schon schönere Toiletten gesehen… Danach habe ich mir kurz eine original indische Zugfahrt gegönnt und habe mich aus der Tür gelehnt um mal zu gucken, wo wir eigentlich sind. Das ist bei den Geschwindigkeiten nicht so gefährlich wie es sich anhört, der Zug fährt nicht mehr als 50, meist eher langsamer. Durchschnittsgeschwindigkeit sind so um die 40 km/h. Die Landschaft war sehr schön, so dass ich noch etwas an der Tür stehen geblieben bin und rausgeguckt habe.

Bald waren wir dann in Hospet, von wo wir mit dem Bus weiterfahren wollten. Wir haben uns dann aber doch für die Rickscha entschieden, weil die geforderten Preise in Ordnung waren (14 km, 90 Rupien. Im Lonely Planet standen 80 Rupien als Richtwert) und es deutlich komfortabler war. Vor allem mussten wir so nicht den Busbahnhof suchen.

Wir hatten in Hampi kein Hotel gebucht und ein bisschen Sorge, ob wir noch alle in ein Guesthouse passen würden. Die meisten im Lonely Planet erwähnten waren nämlich nicht sehr groß, sondern so mit 3-5 Zimmer. Diese Sorge erwies sich aber sehr schnell als völlig unbegründet, wir konnten uns kaum vor Guesthouse-Leuten retten, als wir in Hampi aus der Rickscha stiegen. Wir wollten eigentlich zu Bungalos auf der anderen Flussseite, aber dort konnten wir nicht hin – die Boote fuhren wegen Hochwasser nicht. Also liessen wir uns von einem der 10 Inder, die um uns rumwuselten und uns in ihre Guesthäuser kriegen wollten sein Haus zeigen und entschieden, dort zu bleiben. 200 Rupien pro Zimmer, Warm-Wasser und alles war sauber. Es war natürlich alles sehr einfach, aber wir wollten ja auch nur eine Nacht da bleiben. Gleich stellten wir unser Gepäck dort ab und gingen dann zurück zur Hauptstraße.

Hampi selbst ist sehr klein. Ich würde es auf vielleicht 500 Einwohner schätzen. Plus mindestens genau so viele Touristen. Dementsprechend sah es auch aus. Überall waren Restaurants die mit italienischem Essen, meist mit sehr eigenwilliger Rechtschreibung, warben. Wir gingen zum ersten Restaurant, dass ganz ok aussah. Es sollte Pfannkuchen mit Nutella und Omlettes und ähnliches haben. Also bestellten wir ein paar Pfannkuchen und ein paar Omlettes und warteten. Und warteten. Und warteten. Erst nach 45 Minuten kam unser Essen dann auch. Aber es war dafür recht lecker, insbesondere der Pfannkuchen mit Schoko-Sauce und Banane war sehr lecker.

Während wir warteten begegnete uns auch das erste mal ein Jugendlicher, der Postkarten verkaufte. 10 Rupien pro Stück wollte er, angeblich hatte er sie für 7 gekauft und deswegen wollte er auch keine besonderen Discounts geben. Wir zahlten am Ende rund 9 Rupien pro Stück, glaube ich. Später sahen wir die exakt gleichen Postkarten im Laden für 5 Rupien. Aber das war uns eigentlich klar… Die Postkartenverkäufer sind in Hampi wirklich überall. Man kann kaum 10 Meter laufen ohne Postkarten verkauft zu bekommen.

Nach dem Essen ging es dann in den Haupttempel. Dieser ist sehr schön, aber an sich nichts besonderes. Nur zwei Besonderheiten möchte ich nicht unerwähnt lassen. Zum einen gab es dort eine Elefanten. Wenn man sich vor diesen stellte, streckte er seinen Rüssel aus. Da konnte man dann eine Münze reinlegen. Dann gab er diese Münze seinem Betreuer, der daneben stand, und segnete einen, indem er mit dem Rüssel auf den Kopf fasste. Ein komisches Gefühl, das wir aber natürlich alle mal ausprobieren wollten.

Dann gab es im Tempel selbst Steinsäulen, die hohl waren. Wenn man sein Ohr daran legte und daneben auf den Stein klopfte, konnte man das auch hören. Ob es diese Säulen in allen Tempeln gibt weiß ich nicht, wir haben noch nirgendwo bisher eine Führung gemacht gehabt. Auf jeden Fall war es für mich neu.

Leider wurde unser Tempelbesuch dann aber recht abrupt von der Polizei beendet. Der indische Finanzminister war nämlich auf dem Weg und sollte sehr bald erscheinen. Also gingen wir dann wieder raus und kletterten auf den ersten Berg. Dafür muss man wissen: Hampi liegt in einem Tal und ist von kleinen Bergen umgeben. Auf diese kann man natürlich klettern, was wir auch ausgiebig gemacht haben. Von diesem Tempel konnten wir dann den Finanzminister ankommen sehen. Wir haben einige Zeit die Landschaft genossen und sind durch kleinere Ruinen gegangen, die auf dem Tempel waren. Dann sahen wir einen Berg mit einem interessant aussehenden Gebäude drauf, dort wollten wir als nächstes hin. Also haben wir uns auf den Weg dorthin gemacht.

Der Weg auf den Berg hoch war jedoch alles andere als einfach. Wir sind etwa bis auf 3/4 der Höhe über eine Art Trampelpfad gekommen. Dort haben wir dann die beiden Mädels die mitwaren verlassen, sie wollten nicht weiter hoch. Weiter ging es auch scheinbar nur durch klettern, jedenfalls auf unserer Seite des Berges. Also sind wir halt geklettert. Dabei waren einige Situationen dabei, die zumindest mich an die Grenzen meiner Kletterfähigkeiten in Jeans und normalen Schuhen brachten. Insbesondere sei hier ein Stein fast ganz oben zu erwähnen, der sehr fies war. Etwa einen Meter lang und 30 cm breit war er. Links ging es rund 3 Meter, rechts rund 5 Meter runter. Und weil das noch nicht lustig genug ist, war die Oberseite des Steins nicht flach sondern rund, wie es halt Seiten von Natursteinen nunmal sind. Aber auch der wurde gemeistert und wir kamen dann bei dem alten Tempel auf dem Berg an. Dieser war sehr schön und vor allem der Ausblick war wunderschön. Einige Zeit blieben wir da oben, aber dann wollten wir auch wieder runter. Diesmal nahmen wir aber die Treppe, die sich etwas versteckt auf der anderen Seite des Berges befand, die aber genau auf der Plattform endete, wo wir mit dem Klettern begonnen hatten. Unten angekommen entschieden wir, dass wir für den Tag genug hatten und essen wollten.

Essen gingen wir im Mango Tree. Das ist das bekannteste Restaurant in Hampi, es wurde uns von allen Bekannten empfohlen, die schonmal da waren. Das Essen war auch wirklich ziemlich gut, auch das Ambiente war schön. Nur die ganzen Fliegen und Krabbelviecher störten etwas. Nach dem Essen sind wir dann ins Guesthouse wo wir noch eine auf dem Weg gekaufte Melone aßen und dann schlafen gingen.

Am nächsten Tag ging es zu dem Weltkulturerbetempel, der allerdings nicht so grandios schön war, wie wir es erwartet hatten. Vielleicht lag das aber auch daran, dass wir in der letzten Zeit sehr viele Tempel gesehen hatten und sie uns etwas zum Hals heraushingen. Im Tempel trafen wir auf eine Gruppe von 30 Indern, die alle mit uns Fotos haben wollten – immerhin nur in Gruppen, so dass es recht schnell ging. Trotzdem war es lustig, sich immer wieder mit Indern auf Fotos zu stellen… Von dem Tempel ging es dann zu dem ehemaligen Palast von Hampi, wo wir ein Musem besuchten und uns den Park anguckten. Zum Abschluss ging es noch durch einige Ruinen vom alten Hampi und zum Queen’s Bath, was ganz nett war, aber wir waren zu fertig und hatten zu viele Ruinen gesehen, um es noch richtig zu bewundern.

Dann ging es wieder nach Hospet zum Zug, diesmal in einer Großraumrickscha. Die haben 6 reguläre Plätze, so dass wir dort auch mit Gepäck gut reinpassten. In Hospet stiegen wir wieder in unseren Zug und waren recht müde. Ich schlief recht schnell ein – war damit aber leider fast allein. Meine Freundin konnte gar nicht schlafen. Der Grund waren die Käfer und Kakerlaken, die durch den Zug krabbelten, die ich gottseidank nicht gesehen habe. Sie verbrachte also die ganze Fahrt sitzend im Zug und tötete immer wieder irgendwelche Krabbelviecher, war am nächsten Morgen aber natürlich dann völlig fertig.

Wieder in Bangalore stiegen wir in eine Rickscha und waren dann so gegen 7:20 im Guesthouse, wo ich schnell noch duschte und dann zur Arbeit fuhr.

Kundendienst-Desaster bei der Citibank

Da habe ich Anfangs noch gedacht, die Citibank waere eine kompetente und gute Bank… Inzwischen tut sie ihr bestes, diesen Eindruck zu widerlegen. Und das gleich doppelt.

Zum einen bekomme ich alle paar Wochen einen Anruf. Das allein ist schon schlimm genug, aber der Verlauf dieser Anrufe ist noch schlimmer. Beim ersten Anruf haben sie mir, merklich gelangweilt, einen Text runtergeleiert, in dem es darum ging, dass ich meine Kontoauszuege jetzt in anderen Intervallen zugeschickt bekommen wuerde. Danach sollte ich meine Daten bestaetigen. Sie wollten E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Kartennummer, Adresse… Nach dem Geburtsdatum hatte ich keine Lust mehr undverstand schon gar nicht, warum sie das alles brauchten. “Zur Bestaetigung” “Von was?” “Nur zur Bestaetigung” “Ihr habt die Daten alle schon, ihr habt mir Mails an die Adresse geschickt” “Wir muessen sie nur bestaetigen.” “Warum?” “Nur zur Bestaetigung”. Ungefaehr so verlief das Gespraech. Ich habe mich geweigert und damit den Mitarbeiter ueberfordert, so dass er mich an seine Managerin durchgestellt hat. Die hat mir ebensowenig auf meine Fragen geantwortet. Ich hab ihr also dann irgendwann die ersten 4 Nummern der Kartennummer gesagt (Diese Kartennummer ist aehnlich wie eine Kreditkartennummer, die gebe ich nicht einfach an wildfremde Leute raus) und dann war sie halbwegs zufrieden – und ich genervt.

Einige Wochen spaeter der naechste Anruf, noch schlimmer. Inhalt ungefaehr: “Sie werden in Zukunft bei jeder Transaktion eine SMS bekommen, sie werden ihre Kontoauszuege nur noch alle x Monate bekommen, sie werden dies, sie werden das.” Aha, ist ja toll das ich das werde. Will ich aber gar nicht. Schon gar nicht, weil das 4 Euro im Monat kosten sollte. Bis ich das dem Mitarbeiter klargemacht hatte dauerte es auch rund eine Minute. “Aber es kostet doch nur 250 Rupien” “Ich will es trotzdem nicht” “Warum denn nicht?” “Ich will es einfach nicht” “Aber es ist doch so guenstig”.

Vorletzte Woche dann der naechste Anruf, genau wie der erste. Ich sollte mal wieder alle moeglichen Daten runterrattern, genau aus dem gleichen Grund. “Das habe ich schon gemacht” “Ich muss nur ihre Daten ueberpruefen.” “Das haben sie vor einigen Wochen schon” “Aber ich muss sie bestaetigt haben.” Das Gespraech endete dann damit, dass ich dem Mitarbeiter sehr deutlich sagte, dass es mich sehr nerven wuerde, alle paar Wochen aus voellig nichtigen Gruenden und ohne Erklaerung alle meine Daten, die ich schonmal angegeben hatte, bestaetigen muesste und dass ich das gar nicht einsehen wuerde. Insbesondere der Mangel an Erklaerung nervt mich doch sehr.

Neben den Anrufen zeigt die Citibank aber noch an anderen Stellen ihre Inkompetenz. Ihre Servicekraefte sind scheinbar voellig ahnungslos, was ihre eigenen Angebote angeht. So wollte ich eine zweite Karte analog zur EC-Karte in Deutschland haben. An sich ja nichts besonders kompliziertes. Also schrieb ich dem fuer mich zustaendigen Kundenbetreuer eine Mail, was ich denn machen muesste. Er schrieb mir eine Telefonnummer zurueck, die ich anrufen sollte. Das tat ich auch brav – und landete bei einem Sprachcomputer. Der konnte mir nicht helfen, es gab keinen Menuepunkt der auch nur annaehernd nach meinem Anliegen aussah. Es gab auch keinen Punkt, der mich zu einem Menschen gebracht haette, dem ich mein Anliegen schildern konnte. Also schrieb ich dem Berater zurueck, dass ich bei der Nummer nicht fuendig geworden war, was ich enn jetzt machen sollte. Seitdem habe ich von ihm nichts mehr gehoert.

Also ging ich zu einer Filiale. Die sind hier sehr selten, ueblich sind hier nur Geldautomaten. Ich musste also erst in die Innenstadt fahren. Dort wurde mir gesagt, ich sollte doch einfach ein generisches Formular fuer alle Anfragen ausfuellen, und draufschreiben, dass ich eine zweite Karte will. Die Karte wuerde dann in 3-4 Tagen bei mir sein. Das ist zwei Wochen her. Vorgestern bekam ich dann eine Mail von der Citibank, dass sie meine Anfrage leider nicht bearbeiten konnten, weil ich ein anderes Formular haette ausfuelln muessen. Das wiederum fuehrte zu einer boesen Antwortmail, in der ich ungefaehr das gleiche wie hier geschrieben habe. Darauf habe ich jetzt innerhalb nur weniger Arbeitsstunden (die Mail ging gestern um 9 raus, das ist grade mal 12 Stunden vor der zweiten Antwort) gleich zwei Antworten bekommen. Die erste um mir zu bestaetigen, dass meine Mail eingetroffen sei und die zweite, um mir zu bestaetigen, dass sie bearbeitet wuerd und ich innerhalb von 3 Tagen eine Antwort bekommen wuerde. Keine einzige der Mails war von einem Menschen geschrieben. Keine ging auf meine Beschwerde ein. Mal gucken, wie viele automatische Mails ich noch bekomme. Ich reche ja schon fast mit Mails wie “Dear Customer, your service representative has just gotten a coffe. He will be answering your mail shortly.” oder “Dear Customer, your service representative has just left for the bathroom. He may actually look at your mail sometime after he comes back.”. Diese Mails wuerden sich nicht wesentlich vom restlichen Informationsgehalt der Citibank-Aussagen mir gegenueber unterscheiden…

S-Bahn-Fahren 2010

CSU-Innenexperte Norbert Geis will sogar Sicherheitskontrollen wie am Flughafen: „Wir können es nicht darauf ankommen lassen, dass die erste Bombe in einem ICE explodiert.“

Quelle

Nachdem ich mich von meinem Lachkrampf ob der Sinnfreiheit dieser Forderung (aber hey, es ist die CSU, was erwarte ich da eigentlich?) erholt hatte und mich wieder auf meinen Stuhl gesetzt hatte, habe ich mir nach dem Lesen dieser Aussage mal vorgestellt, wie dann wohl in ein paar Jahren das S-Bahn-Fahren aussehen wuerde. Ich lade euch also heute zu einer kleinen Zeitreise ein paar Jahre in die Zukunft ein.

Es ist 6:30. So langsam muss ich los, immerhin muss ich um 8:20 die S-Bahn nach Potsdam kriegen, und morgens ist ja immer so viel am S-Bahnhof los. Die ganzen Pendler… Also packe ich meine Sachen in den Rucksack und meinen Fahrausweis in eine durchsichtige Plastiktuete. Nach dem Stress ein paar Tage zuvor, als ich nur knapp einer Festnahme entkommen bin als ich meine Hand in Richtung Hosentasche bewegt hatte, nehme ich sie jetzt immer vorher raus. Am S-Bahnhof angekommen gehe ich zum Express-Checkin-Schalter fuer Leute mit Dauerkarten. Nach nur 20 Minuten bin ich an der Reihe. Ich zeige meine Dauerkarte und gebe meinen Rucksack auf. Er wird auf ein Foerderband gestellt und gleich durchleuchtet. Die ueblichen Fragen (“Ist das ihr Rucksack?”, “Haben sie ihn irgendwann Mal aus den Augen gelassen.”) werden gestellt und dann wird ein kleines RFID-Etikett am Griff des Rucksacks befestigt. Darauf gespeichert ist eine eindeutige ID sowie ein Foto von mir, damit ich im Zweifelsfall durch die Kameras gesucht werden kann, wenn irgendwas mit dem Rucksack nicht stimmt. Der Rucksack surrt davon, in die Dunkelheit der Gepaeckverarbeitung. Ich erhalte einen Boarding-Pass und eine ebenfalls mit RFID versehene Karte, mit der ich nachher meinen Rucksack wiederholen kann. Mit der Karte, meinem Boarding-Pass und meinem Semesterticket in meiner Tuete gehe ich weiter zum Sicherheitscheck.

Inzwischen ist es 7 Uhr. Die Pendler sind alle schon da. Lange Schlangen bilden sich. Die Diskussion in den Zeitungen ueber die Aufstockung des Personals an den kleineren Bahnhoefen von 20 auf 30 Personen kommt mir wieder in den Sinn, aber Berlin ist ja schon traditionell pleite und die Bahn wollte oder konnte das nicht alleine bezahlen. Obwohl die Ticketpreise inzwischen bei 20 Euro selbst fuer die Kurzstreckenscheine angekommen sind macht die Bahn immernoch Verluste. Deswegen sollen die Preise bald wieder angehoben werden, man munkelt von Preisen um die 800 Euro fuer eine Monatskarte, rund 1500 fuer das Semesterticket und 35 fuer die Kurzstrecke. Immerhin sollen dadurch die Schlangen verkuerzt werden.

Um halb 8 bin ich an der Reihe. Ich gebe meine Tuete ab, sie wird durchleuchtet. Dann gehe ich erst durch einen Metalldetektor, dann zwischen zwei Sprengstoffhunden hindurch, dann wird meine Iris gescannt und mein Fingerabdruck genommen. Die Ergebnisse werden mit den gespeicherten Daten auf meiner Monatskarte verglichen. Ich habe heute Glueck. Schon beim zweiten Versuch erkennt das System mich und laesst mich durch. Nach dem dritten haette ich in ein Nebenzimmer gemusst. Diese Untersuchungen dauern haeufig bis zu einer halben Stunde, Geruechten zufolge sind sie Polizeiverhoeren vor 5 Jahren nicht unaehnlich. Nachdem ich Einlass in den Zwischenbereich bekommen habe werde ich noch von einem Bundespolizisten abgetastet. Dann darf ich in den Sicherheitsbereich.

Mein Ticket wird von einem Scanner gelesen und ich gehe zum entsprechenden Wartebereich. Heute ging es schnell, ich haette auch einen Zug vorher nehmen koennen. Aber das Umbuchen ist mir zu kompliziert. Also setze ich mich in den Warteraum fuer die S-Bahn um 8:20. Die Bahn um 8:10 kommt und haelt, die Leute steigen aus und gehen in den Ausgangsbereich, wo sie ihr Gepaeck abholen. Dann werden die Tueren vom Wartebereich geoeffnet und die Fahrgaeste steigen ein. Ich gucke nebenbei etwas Fernsehen. Es laeuft ein Bericht ueber die neuen Fahrzeugerkennungssysteme, die in Berlin installiert wurden, nachdem der Innenminister einen deutlichen Sicherheitsgewinn bei der Verhinderung von Anschlaegen durch Raser erkannt hat. Jetzt stehen an fast allen Kreuzungen Kameras die die Kennzeichen der Autos scannen. Sie vergleichen die Entfernung zur letzten Kamera mit der Zeit, die das Auto fuer die Strecke gebraucht hat und stellen gleich entsprechende Verwarnungen aus.

Als die Bahn in die andere Richtung einfaehrt gibt es kurz Tumulte. Ein Rail-Marshall hat auf der Fahrt einen Jugendlichen angeschossen. Vermutlich hat der Jugendliche zu schnell nach seiner Tasche gegriffen oder einen MP3-Player mit in den Zug geschmuggelt. Solche Geraete sind streng verboten, da sie ein getarnter Fernzuender sein koennten. Deswegen gibt es bei elektronischen Geraeten, die erkannt werden, wohl auch Schiessbefehl. Es kommt deswegen oefter vor, dass die Rail-Marshalls schiessen. Letzte Woche sind dabei zwei Unbeteiligte getroffen worden, weil sie unguenstig standen. Jetzt kommt der Rail-Marshall mit dem gefesselten, blutenden Jugendlichen aus dem Zug und fuehrt ihn in Richtung Verhoerzimmer. Daneben sieht man schon einen Rettungswagen stehen, aber der muss warten. Sicherheit geht vor.

Kurz danach kommt meine Bahn. Ich steige ein und sehe grade noch im Augenwinkel meinen Rucksack, wie er in das Gepaeckabteil geladen wird. Nach einer halben Stunde steige ich in Potsdam wieder aus und gehe zum Gepaeckbereich. Dort hole ich meinen Rucksack vom Foerderband, halte das Etikett und meine Gepaeckkarte an einen Leser und werfe beides danach in die dafuer vorgesehenen Behaelter.

Schoene neue Welt. Ich freue mich auf die totale UeberwachungSicherheit. Endlich wird das Bahnfahren wieder Spass machen.

Nothing to see here…

Seit Mittwoch ist unsere Internetverbindung tot. Danke, BSNL. Gestern war sie mal kurz wieder da, aber eben nur kurz. Ich hoffe doch sehr, dass sie am Wochenende wieder da ist.

Sollte das der Fall sein, kommt auch endlich ein Bericht zum vorletzten Wochenende, das wir in Hampi verbracht haben. Wenn nicht, werde ich mich wohl mal Vista widmen und die Beta ausprobieren. Das wollte ich ja schon was laenger.

Besonders viel passiert im Moment in Bangalore nicht. Arbeit ist hier eh kein Thema und sonst ist es halt Alltag (siehe Titel). Vom 23. Besuch im 100ft oder dem 6. Brunch im Leela moechte ich hier nicht schreiben, das will ja eh niemand lesen. Fuer die naehere Zukunft ist auch keine groessere Reise geplant, insofern weiss ich nicht, wann hier (nach Hampi) wieder Berichte erscheinen. Vielleicht ergibt sich ja noch was, darueber wuerde ich dann natuerlich berichten.

Wer trotzdem was ueber das eben im Guesthouse lesen will, kann sich ja durch die Blogs der anderen im Guesthouse lesen:
Hendrik
Martin
Micha

Mittwochs im Beach

Gestern wollten wir Abends eigentlich im 100 ft essen gehen. Dort gab es aber nur ein All-you-can-each Buffet, was wir gar nicht wollten. Also sind wir ein paar Meter die Strasse runter ins Beach gegangen. Dort war Hawaian Night, aber bis auf Blumen, die man am Eingang umgehaengt bekommen hat, war es ein normaler Abend im Beach. Es lief sogar gute Musik, relativ Reggae-lastig. Irgendwann gegen Ende des Abends hoerten wir dann ploetzlich eine bekannte Melodie. Leider war es uin unserer Ecke recht leise, so dass wir es kaum hoeren konnten, aber das kanntn wir definitv. Spaetestens als “This is Seeed Y’all” zu hoeren war und dann, kurz danach, das schon oft gehoerte “Das ist so eins dieser Lieder, uh, das fährt in die Glieder” erklang wunderten wir uns doch sehr. Seeeds Riddim #1 in Bangalore zu hoeren hat uns doch sehr ueberrascht… Es gibt neben schlechten 90er-Dance-Remixen halt auch noch gute Musik in Bagalorer Clubs und ausser Modern Talking, Scorpions und Rammstein auch noch andere deutsche Bands, die man hier hoert. Sehr schoen.

Ein kleines Wunder

Nach nur 3,5 Wochen, einigen boesen Anrufen und vermutlich einigen boesen Anrufen seitens des Managers des Technikers, der mich mit der Platte versorgen sollte, hat Samsung es endlich geschafft, mir vor ein paar Tagen eine neue Festplatte zukommen zu lassen. Flugs war das Image zurueckgespielt und die sonstigen Daten zurueckgespielt, so dass ich endlich wieder einen voll benutzbaren Rechner hatte. Jetzt muss ich nur bei den Podcasts aufholen…

Samsung-Service

Tja, da habe ich mich Anfangs noch ueber den Samsung-Service gefreut, der mir in “3-4 Tagen” eine neue Festplatte verschaffen wollte. Die Aussage ist inzwischen ueber 3 Wochen alt und ich habe immernoch kein Platte. Dafuer habe ich aber eine Menge Rueckrufszusagen und Plattenlieferungszusagen gehoert, die allesamt nicht eingehalten wurden. Heute morgen habe ich schon wieder so eine Zusage gehoert. Um 4 soll meine Platte kommen. Ich bin sehr gespannt.

Nachruf

Im Januar 2005 haben wir uns getroffen. Seitdem war sie mein ständiger Begleiter. Sie war mir stets treu und hat mir gute Dienste geleistet. Schnell hat sie alles erledigt, worum ich sie gebeten habe. Niemand sonst weiß mehr über mich. Sie weiß, mit wem ich wann gesprochen habe und kennt meine E-Mails. Anderthalb Jahre lang haben wir täglich viel miteinander zu tun gehabt. Letzte Woche Mittwoch ist sie dann gestorben: Meine Notebookfestplatte.

Praktischerweise hat Samsung zwei Jahre Garantie und ist auch in Bangalore vertreten, so dass ich hier zum Samsung-Servicecenter gehen konnte. Dort wurde mir ein Technikerbesuch am nächsten Tag angeboten. So kamen dann am Dienstag dieser Woche zwei Techniker und haben diagnostiziert, dass die Festplatte wirklich kaputt war und haben mir Ersat angekündigt. In den nächsten Tagen soll dann eine Ersatzfestplatte hier ankommen. Mal gucken, ob das wirklich funktioniert…

Fussball-WM in Indien

Die letzten zwei Wochen ist hier im Blog ja nicht wirklich viel passiert – das liegt aber auch daran, dass auch hier in Indien nicht so viel passiert ist. Auch hier laeuft die Fussball-WM. Zwar natuerlich deutlich weniger aufdringlich als in Deutschland, aber trotzdem bekommt man sie mit. Fast jede Bar zeigt die Spiele, ESPN uebertraegt live. praktischerweise haben wir im Guesthouse auch ESPN, so dass wir auch Spiele gucken koennen, die nach 23:30 Uhr enden – in Bars geht das ja nicht.

Das letzte Spiel der deutschen Mannschaft haben wir im Millers 46 geguckt. Das ist eigentlich ein (ziemlich schlechtes) Steakhouse, das ein Stockwerk freigeraeumt hat, dort viele Stuehle und einen beamer aufgestellt hat und da jetzt die Spiele zeigt. Dort war es eigentlich ganz nett. Allerdings ist es schon ein wenig komisch, wenn man 7500 km von Deutschland entfernt eigentlich nur Deutsch um sich herum hoert. Fast alle Deutschen in Bangalore scheinen sich dort zu treffen.

Heute Abend gehen wir wieder dort hin und gucken uns das Spiel gegen Argentinien an. Das verspricht ja ein spannendes Spiel zu werden… Nur zum Essen muessen wir uns was anderes suchen, die Mischung aus fast schon ekelig ungaren Pommes, sehr mittelmaessigem Fleisch, voellig inkompetenten Kellnern und hohen Preisen muss ich mir nicht nochmal geben.